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Windschutzscheiben-Normen erklärt – was bedeuten ECE R43, E-Prüfzeichen und DOT-Nummern?

Der kleine Aufdruck in der Ecke jeder Autoscheibe ist ein Ausweis: Was ECE R43, das eingekreiste E, römische Ziffern, DOT und AS1 bedeuten und was man daraus über die eigene Windschutzscheibe ablesen kann

In einer unteren Ecke jeder Windschutzscheibe steht ein kleiner Block aus Logos, Buchstaben und Zahlen. Die meisten Autofahrer haben ihn nie genauer angesehen. Dabei verrät dieser Aufdruck eine ganze Menge: wer die Scheibe hergestellt hat, nach welcher Vorschrift sie geprüft wurde, um welche Glasart es sich handelt und oft sogar, wann sie produziert wurde.

Wichtig wird der Glasstempel vor allem in zwei Situationen: beim Gebrauchtwagenkauf, wenn man wissen will, ob die Scheibe schon einmal getauscht wurde, und beim Scheibentausch, wenn die Ersatzscheibe zulässig und passend sein muss.

Dieser Beitrag entschlüsselt die wichtigsten Kennzeichnungen Schritt für Schritt.

ECE R43: Die Grundlage für Autoglas in Europa

Die zentrale Vorschrift für Fahrzeugverglasung in Europa ist die UN-Regelung Nr. 43, meist kurz ECE R43 genannt. Sie wurde im Rahmen der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) geschaffen und gilt in den Vertragsstaaten dieses Abkommens, darunter Österreich und die übrigen EU-Länder.

ECE R43 legt fest, welche Anforderungen Sicherheitsglas im Fahrzeug erfüllen muss. Dazu gehören unter anderem:

  • das Bruchverhalten, also wie das Glas bei einem Schaden bricht
  • die mechanische Festigkeit, etwa gegen Stoß und Aufprall
  • die optische Qualität, damit die Sicht nicht verzerrt wird
  • die Lichtdurchlässigkeit, bei Windschutzscheiben mindestens 70 Prozent
  • die Beständigkeit gegen Wärme, Licht und Feuchtigkeit

Eine Scheibe, die nach ECE R43 genehmigt ist, hat diese Prüfungen als Bauart bestanden. Die Kennzeichnung auf dem Glas bestätigt das.

Kurz gesagt: ECE R43 ist die UN-Regelung, nach der Autoglas in Europa geprüft und genehmigt wird. Sie regelt Bruchverhalten, Festigkeit, Optik und Lichtdurchlässigkeit.

Das E-Prüfzeichen: Ein E im Kreis und eine Zahl

Das bekannteste Zeichen im Glasstempel ist ein großes „E“ in einem Kreis, gefolgt von einer Zahl. Es ist das Genehmigungszeichen nach ECE-Regelung.

Die Zahl steht für das Land, dessen Behörde die Genehmigung erteilt hat. Einige Beispiele:

  • E1 – Deutschland
  • E2 – Frankreich
  • E3 – Italien
  • E4 – Niederlande
  • E6 – Belgien
  • E9 – Spanien
  • E12 – Österreich

Wichtig: Die Zahl sagt nichts über das Herstellungsland aus. Eine Scheibe mit E1 kann auch außerhalb Deutschlands produziert worden sein. Sie gibt nur an, welcher Staat die Typgenehmigung erteilt hat. Aussagen über eine bessere oder schlechtere Qualität lassen sich daraus nicht ableiten.

In der Nähe des E-Zeichens steht meist die Genehmigungsnummer, oft beginnend mit „43R“ und einer Zahlenfolge. Sie verweist auf die konkrete Genehmigung nach ECE R43.

Auf manchen Scheiben findet sich zusätzlich ein kleines „e“ in einem Rechteck mit Zahl. Es kennzeichnet eine Genehmigung nach dem früheren EU-Typgenehmigungsrecht. Auch hier steht die Zahl für das genehmigende Land.

Römische Ziffern: Welche Art von Scheibe?

Nach ECE R43 wird die Glasart mit römischen Ziffern angegeben. Für die Windschutzscheibe ist vor allem ein Zeichen interessant:

  • I – Windschutzscheibe aus vorgespanntem Glas (ESG), bei modernen Pkw nicht mehr üblich
  • II – Windschutzscheibe aus herkömmlichem Verbundglas, der heutige Standard

Weitere Ziffern kennzeichnen etwa Seitenscheiben, Heckscheiben oder Scheiben mit geringerer Lichtdurchlässigkeit, die nur außerhalb des Sichtbereichs des Fahrers verwendet werden dürfen. Warum die Frontscheibe heute aus Verbundglas besteht, erklärt unser Beitrag „Warum Windschutzscheiben nicht aus normalem Glas bestehen“.

Viele Hersteller schreiben die Glasart zusätzlich im Klartext auf, etwa „Laminated“ für Verbundglas oder „Tempered“ für ESG.

DOT-Nummer und AS1: Die nordamerikanischen Angaben

Häufig finden sich auf europäischen Windschutzscheiben auch Angaben für den nordamerikanischen Markt, weil Glashersteller ihre Scheiben für mehrere Märkte kennzeichnen.

DOT steht für das US-Verkehrsministerium (Department of Transportation). Die Buchstaben „DOT“ gefolgt von einer Nummer kennzeichnen den Hersteller der Scheibe. Die Nummer wird von der US-Verkehrssicherheitsbehörde vergeben und dient der Rückverfolgbarkeit, etwa bei Rückrufen. Eine Qualitätsstufe ist sie nicht.

AS1, AS2, AS3 geben an, wo eine Scheibe nach nordamerikanischer Norm eingebaut werden darf:

  • AS1 – darf überall verbaut werden, auch als Windschutzscheibe
  • AS2 – darf überall verbaut werden, außer als Windschutzscheibe
  • AS3 – getöntes Glas mit geringerer Lichtdurchlässigkeit, nur für Bereiche, die für die Sicht des Fahrers nicht erforderlich sind

Daneben steht oft eine „M“-Nummer, die das Glasmodell des Herstellers bezeichnet. Für Scheiben aus China ist zusätzlich das Zeichen „CCC“ der chinesischen Pflichtzertifizierung verbreitet.

Kurz gesagt: DOT-Nummer und AS-Kennzeichnung stammen aus den USA. Die DOT-Nummer identifiziert den Hersteller, AS1 zeigt an, dass das Glas als Windschutzscheibe zulässig ist.

Logos und Herstellungsdatum

Im Glasstempel stehen meist zwei Arten von Logos: das des Glasherstellers und, je nach Scheibe, das des Fahrzeugherstellers. Fehlt das Fahrzeuglogo, heißt das nicht, dass die Scheibe schlechter ist. Viele Ersatzscheiben kommen vom selben Glashersteller wie die Erstausrüstung, nur ohne Markenlogo des Autoherstellers.

Das Herstellungsdatum ist oft verschlüsselt. Üblich ist eine Ziffer für das Jahr, kombiniert mit Punkten, deren Anzahl und Position den Monat angeben. Die Systematik unterscheidet sich aber je nach Hersteller. Beim Gebrauchtwagenkauf kann ein Vergleich mit dem Baujahr des Fahrzeugs Hinweise darauf geben, ob die Scheibe schon einmal getauscht wurde. Mehr dazu im Beitrag „Gebrauchtwagen kaufen – was die Windschutzscheibe über die Vergangenheit eines Autos verraten kann“.

Was die Kennzeichnung für den Scheibentausch bedeutet

Für eine Ersatzscheibe gilt: Sie muss eine gültige Genehmigung nach ECE R43 tragen. Das E-Prüfzeichen allein reicht aber nicht, damit die Scheibe auch zum Auto passt.

Bei modernen Fahrzeugen gibt es für ein Modell oft viele Scheibenvarianten, etwa mit Kamerahalterung, Regensensor, Heizung, Akustikfolie oder Head-up-Display. Eine Scheibe kann alle Prüfzeichen tragen und trotzdem die falsche Variante sein. Entscheidend ist deshalb, dass Ausstattung und Form genau zum Fahrzeug passen. Wie die richtige Scheibe ermittelt wird, beschreibt unser Beitrag „Der Weg einer Windschutzscheibe“.

Nach dem Tausch muss bei Fahrzeugen mit Frontkamera außerdem oft kalibriert werden. Und nicht vergessen: Pickerl, Vignette und Umweltplakette müssen auf die neue Scheibe.

Bei Autoglas4You: Wir bieten eine kostenlose Scheibenprüfung an und klären vor dem Tausch die genaue Scheibenvariante. Die Kamerakalibrierung führen wir in Hagenbrunn durch.

Fazit

Der Glasstempel ist der Ausweis der Windschutzscheibe. Das E-Prüfzeichen mit Zahl zeigt die Genehmigung nach ECE R43 und das genehmigende Land, die römische Ziffer die Glasart. DOT-Nummer und AS1 stammen aus Nordamerika und identifizieren Hersteller und Einsatzbereich.

Was der Stempel nicht verrät, ist, ob eine Scheibe genau zum eigenen Fahrzeug passt. Dafür braucht es die Kenntnis der Ausstattung. Beim Gebrauchtwagenkauf und beim Scheibentausch lohnt sich der Blick in die Ecke der Scheibe trotzdem – er liefert in Sekunden wertvolle Hinweise.

Über Autoglas4You: Dieser Ratgeber entstand auf Basis unserer 22-jährigen Erfahrung im Windschutzscheibentausch. Autoglas4You – Ihr Autoglas-Fachbetrieb in Hagenbrunn und Wien, seit 2004.

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Die Wahl des richtigen Partners für den Windschutzscheibentausch ist entscheidend für die Sicherheit und Langlebigkeit Ihres Fahrzeugs. Bei der Autoglas4you GmbH verstehen wir, wie wichtig eine intakte Windschutzscheibe für die Sicherheit und den Komfort Ihres Fahrzeugs ist.

 

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