Warum Hitze die Windschutzscheibe belastet
Glas verändert seine Form bei Temperaturänderungen. An einem sonnigen Sommertag kann sich eine Windschutzscheibe auf über 60 Grad Celsius aufheizen. Steht das Fahrzeug längere Zeit in der prallen Sonne, entstehen innerhalb des Verbundsicherheitsglases erhebliche Spannungen.
Ist die Windschutzscheibe unbeschädigt, kann sie diese Belastungen problemlos aufnehmen. Befindet sich jedoch bereits ein Steinschlag im Glas, verteilt sich die Spannung nicht mehr gleichmäßig. Die feinen Mikrorisse im Bereich der Einschlagstelle bilden den idealen Ausgangspunkt für eine weitere Rissbildung.
Je höher die Temperatur und je größer die Spannungen im Glas werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Schaden ausbreitet.
Die Klimaanlage kann den Schaden zusätzlich verschärfen
Ein besonders häufiger Auslöser für Spannungsrisse ist der starke Temperaturunterschied zwischen der Außenseite und der Innenseite der Windschutzscheibe.
Viele Autofahrer steigen an heißen Tagen in ein aufgeheiztes Fahrzeug und stellen die Klimaanlage sofort auf die niedrigste Temperatur. Während die Außenseite der Windschutzscheibe noch von der Sonne aufgeheizt wird, kühlt die Innenseite innerhalb kurzer Zeit stark ab.
Dieser Temperaturunterschied erzeugt zusätzliche Spannungen im Glas.
Ist bereits ein Steinschlag vorhanden, kann daraus innerhalb weniger Sekunden ein langer Riss entstehen. Häufig scheint dieser Riss plötzlich ohne äußere Einwirkung aufzutreten. Tatsächlich war der kleine Steinschlag bereits der Auslöser.
Auch schlechte Straßen fördern die Rissbildung
Neben Hitze und Temperaturunterschieden wirken während der Fahrt ständig weitere Kräfte auf die Windschutzscheibe.
Schlaglöcher, Bodenwellen, Kopfsteinpflaster oder Bordsteinkanten versetzen die Fahrzeugkarosserie in Bewegung. Diese Verwindungen werden auch auf die eingeklebte Windschutzscheibe übertragen.
Eine intakte Windschutzscheibe hält diese Belastungen problemlos aus.
Befindet sich jedoch bereits eine Beschädigung im Glas, können diese Bewegungen dazu führen, dass sich der Riss weiter ausbreitet.
Gerade im Sommer treffen deshalb mehrere ungünstige Faktoren gleichzeitig aufeinander.
Wann kann ein Steinschlag noch repariert werden?
Nicht jeder Steinschlag bedeutet automatisch, dass die Windschutzscheibe ersetzt werden muss.
Eine Reparatur ist häufig möglich, wenn sich der Schaden außerhalb des direkten Fahrersichtfeldes befindet, einen begrenzten Durchmesser aufweist und die innere PVB-Folie des Verbundsicherheitsglases nicht beschädigt wurde.
Mit modernen Reparaturverfahren wird ein spezielles Kunstharz unter Vakuum in den beschädigten Bereich eingebracht. Anschließend wird das Harz unter UV-Licht ausgehärtet.
Dadurch erhält die Windschutzscheibe einen großen Teil ihrer ursprünglichen Stabilität zurück und eine weitere Rissbildung kann häufig verhindert werden.
Je früher der Schaden repariert wird, desto größer ist die Chance, dass die Originalscheibe erhalten bleiben kann.
Wann ist ein Austausch unvermeidbar?
Hat sich der Steinschlag bereits zu einem längeren Riss entwickelt, ist eine Reparatur in der Regel nicht mehr zulässig.
Auch Schäden im direkten Sichtfeld des Fahrers oder Beschädigungen bis an den Scheibenrand machen meist einen Austausch erforderlich.
Bei modernen Fahrzeugen kommt hinzu, dass sich hinter der Windschutzscheibe häufig Kameras für Spurhalteassistenten, Verkehrszeichenerkennung oder Notbremsfunktionen befinden.
Nach dem Austausch erfolgt deshalb häufig zusätzlich eine Kamerakalibrierung, damit sämtliche Fahrerassistenzsysteme wieder exakt arbeiten.
Warum schnelles Handeln Geld spart
Viele Fahrzeughalter warten zunächst ab, weil der Steinschlag scheinbar unverändert bleibt.
Gerade im Sommer kann sich dies jedoch als kostspieliger Fehler erweisen.
Eine rechtzeitig durchgeführte Steinschlagreparatur dauert meist nur kurze Zeit und verhindert häufig den Austausch der gesamten Windschutzscheibe.
Bei bestehender Kaskoversicherung ist die Reparatur zudem oftmals ohne Selbstbehalt möglich.
Entsteht dagegen ein Riss, steigen Aufwand und Kosten erheblich.
Deshalb lohnt es sich, einen Steinschlag möglichst früh von einem Autoglas-Fachbetrieb überprüfen zu lassen.
Vorbeugen ist besser als Austauschen
Natürlich lässt sich nicht jeder Steinschlag vermeiden.
Dennoch können einige einfache Maßnahmen helfen, das Risiko einer Rissbildung zu reduzieren.
Eine aufgeheizte Windschutzscheibe sollte nicht schlagartig mit eiskalter Luft abgekühlt werden. Sinnvoller ist es, die Klimaanlage zunächst moderat einzustellen und die Temperatur langsam zu senken.
Außerdem empfiehlt es sich, ausreichend Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen zu halten, insbesondere hinter Lkw oder Baustellenfahrzeugen, die häufig kleine Steine aufwirbeln.
Wird ein frischer Steinschlag entdeckt, sollte die beschädigte Stelle möglichst sauber und trocken gehalten und zeitnah kontrolliert werden.
Fazit
Gerade im Sommer können Hitze, intensive Sonneneinstrahlung und starke Temperaturunterschiede aus einem kleinen Steinschlag innerhalb kurzer Zeit einen großen Riss entstehen lassen.
Wer den Schaden frühzeitig überprüfen und – wenn möglich – reparieren lässt, schützt nicht nur die Windschutzscheibe, sondern spart häufig auch Zeit und Kosten.
Eine schnelle Reaktion erhöht die Sicherheit, erhält die Originalscheibe und sorgt dafür, dass moderne Fahrerassistenzsysteme weiterhin zuverlässig funktionieren.
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