Augmented Reality bringt Informationen direkt auf die Straße
Head-up-Displays sind heute bereits in zahlreichen Fahrzeugklassen erhältlich.
Geschwindigkeit, Navigationshinweise oder Warnmeldungen werden in das Sichtfeld des Fahrers projiziert, sodass dieser den Blick nicht mehr von der Straße nehmen muss.
Die nächste Entwicklungsstufe sind Augmented-Reality-Head-up-Displays.
Dabei erscheinen Informationen optisch nicht mehr nur vor dem Fahrer, sondern können mit der realen Umgebung verbunden werden.
Ein Navigationspfeil könnte beispielsweise scheinbar direkt auf der richtigen Fahrspur liegen.
Eine Warnung vor einem vorausfahrenden Fahrzeug könnte genau dort eingeblendet werden, wo sich das Fahrzeug tatsächlich befindet.
Die Windschutzscheibe wird dadurch zunehmend Teil einer digitalen Informationsoberfläche.
Die gesamte Windschutzscheibe könnte zum Display werden
Klassische Head-up-Displays nutzen bislang nur einen begrenzten Bereich der Windschutzscheibe.
Zukünftige Technologien könnten deutlich größere Projektionsflächen ermöglichen.
Transparente Displaytechnologien und neue optische Beschichtungen könnten Informationen über wesentlich größere Bereiche des Glases darstellen, ohne die normale Sicht zu beeinträchtigen.
Denkbar wären Navigationsinformationen, Gefahrenhinweise oder Hinweise auf andere Verkehrsteilnehmer.
Besonders im Zusammenhang mit automatisiertem Fahren eröffnet diese Entwicklung völlig neue Möglichkeiten.
Wenn das Fahrzeug zeitweise selbst fährt, könnte die Windschutzscheibe zusätzlich Informationen über die Umgebung oder den aktuellen Fahrzustand anzeigen.
Aus einer transparenten Scheibe könnte damit schrittweise eine interaktive Informationsfläche entstehen.
Smart Glass kann seine Eigenschaften verändern
Auch die Transparenz von Fahrzeugglas könnte künftig aktiv gesteuert werden.
Bei sogenannten elektrochromen oder anderweitig schaltbaren Verglasungen lassen sich optische Eigenschaften durch elektrische Steuerung verändern.
Bereiche des Glases können dadurch je nach Technologie stärker abgedunkelt oder wieder transparenter werden.
Das könnte beispielsweise helfen, störende Sonneneinstrahlung zu reduzieren, ohne dass eine klassische Sonnenblende benötigt wird.
Bei Panorama- und Glasdächern werden vergleichbare Technologien bereits eingesetzt.
Für Windschutzscheiben gelten aufgrund der gesetzlichen Anforderungen an Sicht und Lichtdurchlässigkeit besonders hohe Anforderungen. Dennoch könnten intelligente, gezielt steuerbare Bereiche zukünftig zusätzliche Komfort- und Sicherheitsfunktionen ermöglichen.
Unsichtbare Antennen wandern ins Glas
Moderne Fahrzeuge kommunizieren permanent mit ihrer Umgebung.
GPS, Mobilfunk, Radio, WLAN und weitere Kommunikationssysteme benötigen Antennen.
Gleichzeitig möchten Fahrzeugdesigner sichtbare Antennen möglichst vermeiden.
Deshalb werden Antennenstrukturen zunehmend direkt in Fahrzeugverglasungen integriert.
Feine Leiterbahnen können so gestaltet werden, dass sie für den Fahrer praktisch unsichtbar bleiben.
Mit der zunehmenden Vernetzung von Fahrzeugen dürfte diese Entwicklung weiter an Bedeutung gewinnen.
Zukünftige Fahrzeuge werden immer größere Datenmengen senden und empfangen.
Die Fahrzeugverglasung bietet dafür eine große Fläche mit günstigen Empfangseigenschaften und könnte damit zu einem wichtigen Bestandteil der Kommunikationsarchitektur werden.
Intelligente Beschichtungen könnten neue Funktionen übernehmen
Auch die Oberfläche der Windschutzscheibe entwickelt sich weiter.
Moderne Beschichtungen können bereits heute Wärme- und Infrarotstrahlung reduzieren und dadurch die Aufheizung des Innenraums verringern.
Zukünftig könnten zusätzliche Funktionen hinzukommen.
Forscher und Hersteller arbeiten an Oberflächen, die Wasser und Schmutz stärker abweisen oder kleinere Oberflächenschäden weniger anfällig machen.
Auch selbstheilende Beschichtungen werden für verschiedene technische Anwendungen untersucht.
Eine Windschutzscheibe, die tiefe Steinschläge selbst repariert, ist damit allerdings nicht gemeint.
Solche Technologien könnten vielmehr helfen, sehr kleine oberflächliche Veränderungen oder Beschädigungen bestimmter Beschichtungsschichten zu reduzieren.
Sensoren und Windschutzscheibe wachsen immer stärker zusammen
Schon heute blickt bei vielen Fahrzeugen eine hochauflösende Frontkamera durch die Windschutzscheibe.
In Zukunft könnten weitere optische Sensoren hinzukommen.
Kameras mit höherer Auflösung, Infrarotsysteme und andere Sensorlösungen benötigen exakt definierte Bereiche innerhalb der Fahrzeugverglasung.
Damit steigen die Anforderungen an die optische Qualität des Glases erheblich.
Für das menschliche Auge kaum erkennbare Verzerrungen können für hochpräzise Sensorsysteme relevant sein.
Windschutzscheibe, Sensor, Halterung und Software müssen deshalb zunehmend als ein gemeinsames technisches System betrachtet werden.
Künstliche Intelligenz verändert auch die Anzeige auf der Scheibe
Mit leistungsfähigerer künstlicher Intelligenz können Fahrzeuge ihre Umgebung immer detaillierter analysieren.
Die entscheidende Frage lautet dann: Welche Informationen benötigt der Fahrer tatsächlich?
Eine intelligente Windschutzscheibe könnte künftig nur jene Hinweise anzeigen, die in der jeweiligen Situation relevant sind.
Bei einer unübersichtlichen Kreuzung könnte beispielsweise ein gefährlicher Verkehrsteilnehmer hervorgehoben werden.
Auf der Autobahn könnten Navigationsinformationen direkt der richtigen Fahrspur zugeordnet werden.
Bei schlechter Sicht könnten erkannte Objekte deutlicher dargestellt werden.
Die Technik soll den Fahrer dabei nicht mit Informationen überladen, sondern relevante Informationen genau dort bereitstellen, wo sie benötigt werden.
Der Windschutzscheibentausch wird technisch anspruchsvoller
Je mehr Funktionen in die Windschutzscheibe integriert werden, desto komplexer wird auch ihr Austausch.
Eine Scheibe muss künftig nicht nur hinsichtlich Form und Größe zum Fahrzeug passen.
Auch Kamerafenster, Beschichtungen, Antennen, Heizsysteme, Projektionsbereiche und weitere technische Eigenschaften müssen exakt der Fahrzeugausstattung entsprechen.
Nach dem Einbau können zusätzliche Prüf- und Kalibrierarbeiten erforderlich sein.
Bereits heute ist bei zahlreichen Fahrzeugen nach einem Windschutzscheibentausch eine Kamerakalibrierung der Fahrerassistenzsysteme notwendig.
Mit zunehmender Digitalisierung dürfte die Bedeutung professioneller Autoglas-Fachbetriebe deshalb weiter steigen.
Originalmarkenqualität wird in Zukunft noch wichtiger
Je komplexer eine Windschutzscheibe wird, desto wichtiger werden präzise Fertigungstoleranzen.
Bei einer einfachen Verglasung konnten geringe Unterschiede möglicherweise ohne praktische Auswirkungen bleiben.
Bei Kameras, Sensoren und Projektionssystemen können selbst kleine optische Abweichungen eine größere Bedeutung bekommen.
Deshalb wird die Auswahl einer technisch exakt passenden Windschutzscheibe immer wichtiger.
Originalmarkenqualität bedeutet dabei nicht ausschließlich ein Fahrzeugherstellerlogo auf dem Glas.
Entscheidend sind die technischen Spezifikationen, die optische Qualität und die Kompatibilität mit der jeweiligen Fahrzeugausstattung.
Eine moderne Windschutzscheibe muss nicht nur passen.
Sie muss mit dem Fahrzeug kommunizieren können.
Fazit
Die Windschutzscheibe der Zukunft wird weit mehr sein als eine transparente Schutzfläche.
Augmented-Reality-Displays, intelligente Verglasungen, integrierte Antennen, neue Beschichtungen und immer leistungsfähigere Sensorsysteme werden ihre Aufgaben grundlegend verändern.
Aus einem klassischen Autoglas entsteht schrittweise ein hochkomplexes Technologiebauteil.
Für Fahrer bedeutet diese Entwicklung mehr Komfort, bessere Informationen und neue Sicherheitsfunktionen.
Für Autoglas-Fachbetriebe bedeutet sie gleichzeitig deutlich höhere Anforderungen an Scheibenauswahl, Montage und Kalibrierung.
Die Windschutzscheibe bleibt zwar transparent – technisch wird sie jedoch zu einem der intelligentesten Bauteile moderner Fahrzeuge.
Mehr erfahren: Windschutzscheiben tauschen, Kamerakalibrierung der Fahrerassistenzsysteme
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